Google muss böse werden, zumindest vorübergehend.
Warum wird Google in der öffentlichen Wahrnehmnung eigentlich böse? Ich denke, die Antwort ist ganz simpel: Man stolpert ein wenig über kleine, hausgemachte Fehler.
Kritisierte Gegenwart
Zum einen wären die kleinen taktischen Fehler von CEO Eric Schmidt zu nennen, der ganz unverblümt zugibt, dass man alles über den Nutzer wissen wolle. Dieses Unterfangen ergibt vorallem Sinn, wenn man bedenkt das Google immer die bestmöglichen Ergebnisse liefern will.
Zum zweiten ist noch die zunehmenden Marktmacht von Google zu sehen. Bei den Suchmaschinen rangiert das in Mountain View ansässige Unternehmen bereits seit vielen Jahren am oberen Ende der Liste und man schickt sich an dies auch noch weiteren Bereichen zu tun. Aktuelle Beispiele dafür sind die Übernahmen des Werbeanbieters Doubleclick und des RSS-Hosters Feedburner.
Vor allem letztgenannte Transaktion rief in der Blogosphäre harre Proteststürme herauf. Man wolle Google schließlich nicht alles verraten. Ein interessanter Punkt, aber der Wechsel des RSS-Anbieters ist da ehr der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Allerdings zeigt dieses Beispiel sehr schön die Veränderung, den die öffentliche Wahrnehmnung von Google durchlebt hat. Vom Publikumsliebling wendet man sich immer mehr zum Buhmann, zumindest in Fachkreisen. Die breite Masse und sicherlich auch viele der Demonstranten werden ihre Surfgewohnheiten nicht umstellen. Warum auch, Google funktionert schließlich hervorragend.
Trotzdem ist die zunehmende Datenflut die Google seinem Nutzer entzieht bedenklich, vor allem in Anbetracht der Menge an Diensten die Big G anbietet. Aber was soll Google tun, man ist mittelfristig zum Erfolg verdammt.
Sahnestücke für die Zukunft
Google hat eine hervorragende Ausgangsposition. Barreserven im Überfluss, eine hervorragende Positionierung in den Wachstummärkten (Online)Werbung und -diensten, sowie den wahrscheinlich größten Mitarbeitertalentpool der Welt. Unterstützt wird diese Lage noch durch die derzeitige Aufbruchstimmung in den Bereichen in denen Google sich langfristig positionieren will. Die Branche erlebt ihren zweiten Frühlich, eben jenes Web 2.0!
Der Goldrush ist ausgebrochen, die besten Claims sind derzeit noch zu vergeben, Google MUSS jetzt böse werden, sie müssen den Markt aggressiv abgrasen und alles mitnehmen was zu bekommen ist. Getreu dem Motto: "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich frei und ungeniert."
Nein, ich möchte hier keinen wirtschaftlichen Selbstmord propagieren. Aber Googles Aktivitäten schlagen zwar in der Fachwelt hohe Wellen, werden jedoch vom durchschnittlichen Nutzer, wenn überhaupt, nicht annäherend als bedrohlich eingestuft. Man verliert zwar Ansehen bei Webtraditionalisten und Datenschutzfanatikern, aber als langfristige Unternehmensvision ist die gepflege und vor allem kostenlose Internet-All-in-One-Sorglos-Produktpalette für den Nutzer wahnsinnig verlockend.
Bis es soweit ist werden noch einige Jahre ins Land gehen und ich möchte prophezeien, dass die Angstvision vom gläsernen Menschen bis dahin ein wenig abflauen wird. ICQ führt schließlich auch nicht zum Aussterben des Telefons oder der Grillparty. Selbst wenn dies nicht passiert, kann man die jetzt gekauften Technologien, den Wissenvorsprung verwerten. Sei es in Form von Lizensen oder unabhängigen Subunternehmen.
In der jetztigen Phase der Entwicklung des Internets kann Google sich endgültig profilieren. Genau das tut man über die Zukäufte. Das Getöse wird aber nachlassen und Google wird seine User, wie gewohnt, in regelmäßigen Abständen, mit neuen Features im Beta-Studium verzücken. Der genierte Ruf wird dann relativ schnell wieder aus seinem Tief rauskommen. Warum? "Don't be evil", getreu dieser Maxime wird sich Google in Zukunft wieder verstärkt nach außen präsentieren.
Den Microsoft-Fehler, sprich interne Strategien nach außen zu verkaufen, wird Google mit Sicherheit zuverhindern versuchen.
Aber das ist wird ein anderer Beitrag. ;)
Kommentare (12) 03.06.2007. 02:09
Porsche und VW: Alles bleibt in der Familie
Es
geht voran in der deutschen Autobranche. Interessant das ein Spieler auf dem Weg zur Marktkontrolle ist den vor zwei Jahren noch niemand auf der Rechnung hatte. Die Rede
ist von der Porsche AG.
Auch wenn Porsche-Chef Wiedeking in
einem
Interview mit der Bild-Zeitung beteuert das eine Übernahme von VW nicht geplant ist, so stellt sich die Frage wohin die Reise gehen soll. Einen ersten Ansatzpunkt liefern die Macht- und Besitzverhätlnisse bei VW
und Porsche.
Historisch verwachsen
Vergleicht man den
VW-Aufsichtsrat
mit der
Aktionärsstruktur von Porsche, so fällt natürlich zuerst der Name Piech auf. Zuletzt nicht nur wegen der Porsche-Beteiligung, sondern auch auf Grund der Entlassung des Vorstandsvorsitzenden von VW Bernd Pischetsrieder, in der Presse. Man könnte sagen, es wächst zusammen was zusammen gehört. Ferdinand Porsche entwickelte den Käfer als ursprünglichen Volkswagen und den dazugehörigen Konzern, ehe er unter eigenem Namen seiner
Leidenschaft für Sportwagen fröhnte.
Historisch sind diese Unternehmen eng verwoben, was in der Doppelfunktion von Ferdinand Piech zum Ausdruck kommt: zum einen ist seine Familie Großaktionär bei Porsche, er ist aber auch Aufsichtsratvorsitzender bei VW. Diesen Posten hat er inne, seitdem er als Vorstandvorsitzender zurückgetreten ist. Alle Stammaktien (stimmberechtige Aktien) von Porsche liegen in den Händen der Familien Porsche und Piech. De Fakto entscheiden diese beiden Familien welchen Einfluss Porsche als VW-Hauptaktionär auf das Unternehmen nimmt. Sie entscheiden also sowohl bei Porsche, als auch
bei VW.
Gemeinsames exploratives Arbeiten
Natürlich ergeben sich für Porsche aus dieser komfortablen Konstellation diverse Vorteile. Entwicklungskosten können mit VW geteilt werden, oder einfach an den großen Sohnemann in Wolfsgang abgetreten werden. Das wird der Bilanz von Porsche gut tun. Erste Ansätze dieser Zusammenarbeit sind schon zu erkennen, z. B. die Gemeinschaftsentwicklung VW Touareg bzw. Porsche Cayenne. Aber auch bei Zukunftstechnologien will zusammenarbeiten, wie Wieeking in oben genannten Interview erklärt: Die BlueMotion-Technologie die zukünftig den Spritverbrauch und CO2-Ausstoß vermindern soll, entwickelt man gemeinsam für alle Unternehmen der VW-Gruppe und Porsche.
Die große Diversion in der VW-Produktpalette ist für Porsche auch nicht unterinteressant. Premiumsportmarken wie Lamborghini, Bugatti und Audi können von Porsches Know-How profitieren, denn es ist kein Geheimnis das die Zuffenhausener der familiären Konkurrenz so manches voraus haben. Vorallem in den Bereichen Produktivität, Efffizienz und Innovationsfreudigkeit hat Porsche viel zu bieten, viel was VW bei seinen defizitären Marken ala Bugatti gut brauchen kann. Besonders in der Premiumsparte (d. h. Porsche, Lamborghini, Bugatti, Bentley und auch Audi) sind deutliche Synergien auszumachen. Bleibt aber zu hoffen das sich die indiviudellen Ergebnisse dieser Zusammenarbeit stärker von einander unterscheiden als beim Modellprojekt Geländewagen der Fall ist.
Neben seinen Tarifverträgen und
Werken hat VW ein weiteres Problem: die Kundenzufriedenheit. Im
J.D.-Power-Report 2006 belegte man nur einen abgeschlagenen 23. Rang, weit hinter der vergleichbaren Konkurrenz. Aber der rettende Engel naht, in Form von Porsche. Zu einen profitiert VW sicherlich vom guten Ruf des neues Großaktionärs, dabei wird es aber sicherlich nicht bleiben. Aus Renditegründen kann man davon ausgehen das Porsche sprichtwörtlich Himmel und Hölle in Bewegung setzen wird um den VW-Aktienkurs nicht nur auf dem jetzigen Niveau zu halten, sondern ihn weiterhin nach oben zu drücken. Vorteile? Höhere Dividenden von VW, höhere Gewinne bei Porsche, größerer Kreditrahmen und ein gutes Verhältnis zu den Besitzern der Aktien in Streubesitz, sodass
einer weiteren Aufstockung der Anteile ggf. wenig im Wege steht.
Um dieses Ziel zu erreichen benötigt man aber einen tadellosen Ruf und ein gutes Preis-/Leisungsverhältnis, daraus sollten bessere Verkaufszahlen folgen. Eine Kunde bleibt der Marke aber selbstverständlich nur treu, wenn er zufrieden ist. Und genau an diesen Punkt ist Porsche top. Es könnte ein interessantes Experiment werden Porsches Qualität und Service im oberen Preissegment auf alle Schichten des VW-Konzern, vom günstigen Skodo oder Seat bis zum teureren VW oder Audi, zu übertragen. Die VW-Premiummarken fallen weniger ins Gewicht, in dieser Preisklasse
ist allerbester Service mehr denn je Normalität.
Was kostet das die Welt?
Synergien gibt es, meiner Meinung nach, also mehr als genug. Die Beteiligung an VW sollte sich für Porsche in den nächsten Jahren also durch auszahlen.Allerdings dürfte Porsche mittlerweile einen hohen einstelligen Milliardenbetrag in die Aktienkäufe investiert habe. Barreserven waren vor der letzten Übernahme wohl keine mehr Vorhanden, dennn diese hat man für die erste
20%-Beteiligung (3 Mrd. Euro) und die Entwicklung des neuen
Paramera-Modells (1 Mrd. Euro)
aufgewendet.
Um die Amoritsationszeit nicht unnötig zu verlängern, wird Porsche auf Rendite klopfen. Das könnte allerdings Ärger mit dem zweiten Großaktionär, dem Land Niedersachsen herrvorrufen. Während Porsche Wert auf Synergien und möglichst geringe Kosten legt, werden die Norddeutschen, im Interesse der eigenen Wiederwahl, alles dafür tun ein möglichst hohes Beschäftigungs- und Bezahlungslevel zu erreichen. Gegensätzlicher können Ziele kaum sein, bei Porsche ist man sich dieser Differenz bewusst und versucht zu relativieren. Ein Beispiel dafür ist die von Porsche-Chef Wiedeking angesprochende Abgabe von Karrosseriefertigungen an VW. Porsche dürfte relativ günstig produzieren und die VW-Werke sind ausgelastet, das schafft nach Politiker-Logik
Arbeitsplätze, nutzt de facto aber nur Porsche.
Meiner Meinung nach übrigens einer der Aktienkurstreiber. Zum ersten mal seit vielen Jahren hat der betriebsratfreundliche ehemalige Hauptaktionär einen echten Gegenspieler. Dies wird dazu führen, dass die Tarifverträge in Zukunft sich mehr am Branchenstandard orientieren und der von Pischetsrieder im vergangenen Jahr begonne Sparkurs mit Sicherheit auch unter dem neuen
VW-Chef Winterkorn vorgeführt werden wird.
Der Wert eines guten Abkommens beruht auf seiner Dauer.
So sprach schon der chinesische Weise Dschuang Dsi. Dieses Zitat wird auch auf diese ungleiche Beziehung zutreffen. Es wird nicht heißen David (Marktkapitalisierung Porsche: 17 Mrd. Euro) gegen Goliath (Marktkapitalisierung VW: 42 Mrd. Euro), sondern David mit Goliath. Momentan ein asymmetrisches Verhältnis, es könnte sich aber langfristig in eine Symbiose entwickeln, Porsche hat dafür mit der geplanten Umwandlung zur Europäischen Aktiengesellschaft bereits den ersten Schritt getan.
PS Natürlich bleibt Porsche Porsche und VW VW, wer würde schon einen Porsche Golf oder VW 911 haben wollen?
Kommentare (24) 28.03.2007. 02:03
Wenn Englisch in Deutsch Englisch bleibt
Wenn man eine Fremdsprache lernt, dann erfährt man das eine sinngemäße Übersetzung oftmals mehr Wert ist als eine wörtliche. So gibt es in den Heise News heute folgende Textstelle zu lesen:
Nadella [...] wird dem Präsidenten des Bereichs Platform and Services Kevin Johnson berichten.
und gut zu wissen das
Harry Shum von Beijing aus zuarbeiten [wird]
Nun könnte man sagen, dass jemand der der englischen Sprache nicht mächtig ist keine IT-News lesen sollte, aber verständlicher wäre, meiner Meinung nach "berichten" durch "unterstehen" und "Beijing" durch "Peking" zu ersetzen.
Kommentare (15) 24.03.2007. 17:59
Welche Folgen hat ein möglicher Verkauf von Palm auf Access, GarnetOS und ALP?
Die Gerüchteküche über eine mögliche Übernahme Palm brodelt ja bekanntlich schon seit längerer Zeit. Doch vorgestern wurde zum ersten mal ein konkreter Zeitpunkt genannt. Das Telekommunikationsfachmagazin Unstrung berichtete das am morgigen Donnerstag eine Übernahme bekanntgegeben werden soll. Zumindest sinkerten diese Informationen von Morgan Stanley durch, der ameriankischen Investment Bank die von Palm (bzw. den Aktionären) mit einer Sondierung des Marktes und möglicher Kaufinteressenten beauftragt wurde.
Natürlich haben solche Meldungen auch den Aktienkurs von Palm nicht unberührt gelassen, dieser hat seit Beginn der Gerüchte beachtlich zugelegt:

Palm Aktienkurs ver letzten 13 Monate [via]
Als sicherer Interessent an Palm wird schon seit längerer Zeit Nokia gehandelt, die Finnen könnten die in den USA sehr bekannte Treo-Marke nutzen um ihre Engagement auf dem US-Markt auszubauen. Auch Motorola soll zum engeren Kreis gehören. Die Nummer Zwei der Handywelt könnte von Palms Erfahrung bei Windows Mobile Smartphones profitieren. Im Vorstand von Palm bevorzugt man allerdings die Variante des Verkaufs an einen Finanzinvestor, nicht zuletzt um die eigenen Arbeitsplätze zu sichern. Einen sehr informativen und weitgestreuten Artikel zu dem Thema findet man im GigaOm-Blog.
Was würde die Übernahme für Access bedeuten?
Auch in Japan dürfte man mit Spannung erwarten was mit Palm geschieht. Nach der Übernahme von PalmSource durch Access verkaufte man vor einiger Zeit eine Dauerlizenz von Palm OS 5 (mittlerweile in GarnetOS umbenannt ) an Palm, den wichtigsten Lizenznehmer. Mit einer drohenden Übernahme von Palm könnte auch dieser Markt wegbrechen, nachfolgend möchte ich die verschiedene Situationen betrachten.
Würde Nokia tatsächlich den Zuschlag bekommen, so sollte man sich keine großen Hoffnungen machen zukünftig Geräte mit GarnetOS oder Access Linux Plattform (ALP) unter dem Palm oder Nokia Logo zu sehen. Das wäre das worst-case-Szenario
für Access.
Mit seiner Symbianstrategie fährt Nokia seit Jahren sehr gut, die Series60-Smartphones verkaufen sich hervorrgend und belegen auch in diversen Tests regelmäßig Topplatzierungen. Es ist also nicht zu erwarten das man ein zweites natives Betriebssystem neben Symbian einführen wird. Beim amerikanischen Konkurrenten mit dem
geschwungenen M ist die Sachlage einwenig anders.
Motorola möchte sich zukünftig auf Smartphones mit Linux, Windows Mobile und SymbianOS konzentrieren.Nun mag man sagen, dass GarnetOS in keine von dieser Kategorien fällt, wohl wahr. Allerdings ist der PalmOS-Nachfolger Access Linux Plattform für Motorola interessant. Zum einen könnte Motorola hier sein eigenes Linux-Know-How einbringen, aber auch auf die Fähigkeiten der Palm-Entwickler für die Benutzeroberfläche und die Anwendungsprogramme nutzen. Desweiteren hätte man eine funktionsfähige Linuxplattform für alle zukünftigen Modelle und könnte die hohen Eigenentwicklungskosten einsparen.
Bleibt noch der letzte Fall, die Finanzinvestoren. Sucht der Investor ein strategisches, langfristiges Invest oder möchte man hier nur schnell liquidieren? Je nachdem welche Strategie die etwaige Private-Equity-Gesellschaft wählt, könnte sich die
Situation für Palm und Access entwickeln.
Sucht man nur das "schnelle Geld", dann sollte man nicht zuviel erwarten. Ein strategischer Investor hingegen wird wahrscheinlich die Entwicklung von Windows Mobile Geräten forcieren, denn diese verkaufen sich in Europa und den USA sehr gut, die GarnetOS-Geräte hingegen sind in Europa Ladenhüter oder garnicht erst im Programm. Auch die
Tatsache das die
Kombination Palm und Windows Mobile den Einbau von UMTS möglich macht, spricht nicht für
eine rosige Zukunft des altbewährten PalmOS (auch wenn
Palm-CEO Ed-Colligan Besserung gelobt ). Auch ALP dürfte bei den Finanzprofis auf wenig Interesse stoßen, hier wären wieder hohe Anfangsinvestitionen nötig, um ein entsprechendes Gerät zu entwickeln. Das zweite Risiko: ist der Markt für Linux-Smartphones
groß genug um die Entwicklung rentabel zu machen?
Klar dürfte sein, dass ALP, sollte es keine Verwendung in den Geräten von Palm finden, einen sehr schweren Stand auf dem Markt hat. Bisher konnte man von Seiten Access noch keinen Lizenznehmer (nicht mal Palm!) präsentieren. Gegen die Platzhirsche SymbianOS (Nokia) und Windows Mobile (Microsoft) ist Access nicht besser aufgestellt als PalmSource. Man darf gespannt sein ob man noch ein Ass im Ärmel hat, oder bald zu lesen sein wird, dass Access seinerseits von einem der Großen übernommen wird. Verwunderlich wäre das nicht, für PalmSource hat man 300Mio Dollar gezahlt und bisher nur den Verkauf der GarnetOS-Dauerlizenz an Palm (für44Mio Dollar) öffentlich gemacht.
Wird Palm verschwinden?
Wer auch immer Palm aufkauft, er nimmt alle Rechte an der Marke Palm, Windows Mobile Lizenzen und eine Dauerlizenz an GarnetOS mit. Meine Hoffnung geht dahin das diese beiden Kriterien schwer genug wiegen um die Marke Palm bzw. das dazugehörige Betriebssystem nicht aussterben zu lassen. Doch bei einem geschätzen Kaufpres von 2 Mrd. Dollar sind das ehr unwesentliche Faktoren. Sicher hingegen ist, dass es weiterhin Treos geben wird, zumindest mit WindowsMobile. Da Palm allerdings schon vor einiger Zeit Softwareentwickler für Linux gesucht hat, kann man hoffen das ein Smartphone auf Basis von ALP bereits in der Mache ist und auf den Markt kommt. Und wer weiß vielleicht gibt es bald das Motorola Treo oder Nokia benennt seine SurfTablets in Palm um.
Kommentare (14) 21.03.2007. 20:43
BenQ Mobile P51: zurück in eine Zukunft - ohne Siemens
Abstammung: Der BenQ P50
Vor nicht allzulanger Zeit hat BenQ Mobile angekündigt in diesem Jahr mehrere neue Mobiltelefone auf den Markt bringen zu wollen. Heute nun wird berichtet, dass das erste Modell welches nicht mehr unter dem Label "BenQSiemens" veröffentlicht werden soll, das BenQ P51 sein wird. Als hätte man nur auf das Kommando gewartet, stürzen die Kritiker wieder aus ihren Nischen und kritisieren BenQ für diese Ausbeutung aufs Schärfste.
Man muss sehen, was noch kommt, doch zumindest in Bezug auf das P51 kann ich die Aufregung nicht nachvollziehen. Auf der CeBit 2004 stellte man einen Prototypen aus und kündigte die Markteinführung für das dritte Quartal 2004 an. Später zeigte man auf der 3GSM 2005 den Urvater P50, entwickelt und vermarktet von BenQ. Beschlossen wurde die Übernahme von Siemens Mobile allerdings erst im Juni 2005, Siemens hatte mit der Entwicklung des P50 also nichts zu tun. Da sowohl BenQ als auch Siemens ihre Handysparten in das neue Unternehmen einbrachten, wurde das P50 fortan von BenQSiemens weiterentwickelt, sodass im März 2006 der leicht überarbeitete Nachfolger P51 angekündigt wurde, ohne das man den den Vorgänger in Deutschland überhaupt vertrieben hätte. Andere europäische Länder kamen Anfang 2006 allerdings in den Genuss des P50.
Siemens und die Smartphones
Siemens selbst hat sich mit seinen Smartphones alles andere als eine goldene Nase verdient. Im Jahre 2001 veröffentlichte man zwar mit den SX45 ein Smartphone auf Windows-CE-Basis, der Erfolg schien aber auszubleiben denn ein ferner Verwandter tauchte erste im Joint Venture mit Fujitsu wieder auf, die T800-Serie. Nundenn entschied man sich in München es doch mal mit Symbian zu probieren und lizensierte von Nokia das Symbian-Derivat Serie60. Das einzige Siemens-Smartphone mit Symbian OS war das Siemens SX1 bzw. bei BenQ das P30, aber auch dieses war alles andere als ein Gassenhauer. Kurz nach der Übernahme durch BenQ 2005 war der Symbianspuk auch schon wieder vorbei. Man sieht also, zu behaupten das Siemens allzuviel zum P51 beigetragen habe, ist mehr als schwer vorstellbar. Nicht nur das Siemens nie ein Gerät mit Windows Mobile (nicht Windows CE!) entwickelt hat, man hat überhaupt nur EIN Smartphone entwickelt, allzuviel Know-How und Erfahrung kann entsprechend auch nicht vorhanden gewesen sein.
Der Papa mit Facelift
Vergleicht man die technischen Daten der beiden Brüder P50 und P51, so stellt man abgesehen von der Farbe kaum einen Unterschied fest, das P50 erhielt ein Facelift (GPS onboard, EDGE, Windows Mobile 5.0) und schon war es das P51.
Vorgestellt wurde das Gerät in März 2006, also ein halbes Jahr nach der Fusion. Sieht man diese relativ lange Zeit und die dagegen geringen Veränderungen, so wird klar, dass man nicht wirklich behaupten kann, dass man Siemens, dieses Gerät betreffend, ausgebeutet hat. Viel mehr hat man ein Gerät, dessen Markteinführung verschlafen wurde, nochmal ein wenig frisch gemacht. Ein weiteres Jahr später soll es nun auf den Markt kommen. Ob es nun auf BenQ-Siemens oder BenQ gelabelt wird, macht an sich keinen großen Unterschied, da es aber nunmal durch und durch ein BenQ-Gerät ist, sehe ich keinen Grund warum man sich darüber aufregen sollte. Back to the Roots.
Um eines nochmal klarzustellen: Ich spreche hier nur über das P51, bei allen anderen Modellen die BenQ noch vorstellen wird, wird man man Sicherheit desöfteren an Siemens-Handys denken müssen, denn auf dem Bereich der "normalen" Handys kann BenQ noch keine Erfahrungen vorweisen. Zumindest nicht in Europa.
Übrigens hat man noch im Februar 2007 auf der 3GSM in Barcelona ein weiteres Windows Mobile Smartphone (diesmal mit der aktuellen Version 6.0) vorgestellt, allerdings unter dem Name BenQ-Siemens E72.
Kommentare (16) 20.03.2007. 15:12




